Stephan Schmidheiny glaubt an das Potential der Menschen und an die Dynamik der Entwicklung. Entsprechend hat er persönlich zahlreiche innovative Persönlichkeiten dabei unterstützt, ihre Visionen zu verwirklichen.
Bewaffnete Konflikte überwinden
In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren stürzte der Terror des maoistischen Sendero Luminoso Peru in eine tiefe Krise. Zehntausende Menschen verloren ihr Leben. Am härtesten traf es die arme Landbevölkerung.
Der peruanische Ökonom Hernando de Soto setzte der Gewalt eine andere Antwort entgegen. In seinem Buch «El otro sendero» (1986), «Der andere Weg», zeigte er, dass nicht die Revolution den Armen eine Perspektive gibt, sondern Eigentum, Rechtssicherheit und freies Unternehmertum. Sein Institute for Liberty and Democracy (ILD) setzte sich dafür ein, dass Kleinbauern und informell Tätige Eigentumstitel erhielten und vom Staat als Bürger ernst genommen wurden. Damit entzog es dem Sendero Luminoso Rückhalt und wurde selbst zur Zielscheibe: Im Juli 1992 verübte die Organisation einen Autobombenanschlag auf das ILD in Lima.
Stephan Schmidheiny teilte de Sotos Überzeugung, dass Frieden dort wächst, wo Menschen Eigentum, Rechte und eine wirtschaftliche Zukunft haben. Er unterstützte seinen Freund und die Arbeit des ILD massgeblich. 1991 gaben die beiden gemeinsam den Band «Las nuevas reglas del juego» heraus.
Mit der Festnahme von Sendero-Führer Abimael Guzmán im September 1992 und dem Widerstand der Landbevölkerung brach der Terror schliesslich zusammen.
Seither hat Stephan Schmidheiny verschiedene Initiativen zur Lösung von bewaffneten Konflikten massgeblich unterstützt. Anfang des neuen Jahrtausends wirkte er beim Aufbau der Organisation The International Council on Security and Development mit. Deren Gründerin Norine MacDonald QC engagiert sich namentlich in Afghanistan für eine nachhaltige Konfliktlösung, die insbesondere die Interessen der Kleinbauern miteinbezieht.
2010 gehörte er zu den Initiatoren der auf Konflikt-Mediation spezialisierten englischen Stiftung Inter Mediate, die sich heute erfolgreich unter anderem in Kolumbien, der Türkei, Libyen und Afghanistan einsetzt.