Was mit der Übernahme der Sammlung seines Bruders Alexander begann, entwickelte sich zu einem langjährigen Engagement für die zeitgenössische Kunst. Mit der Daros Collection und der Daros Latinamerica Collection entstanden zwei Sammlungen von internationalem Rang. Während die Daros Collection ihre Präsenz bis heute in den bedeutendsten Museen und Ausstellungen der Welt entfaltet, fand die Daros Latinamerica Collection mit ihrer Überführung an das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (MALBA) eine neue institutionelle Heimat.

Daros Collection
Nach dem frühen Tod seines Bruders Alexander begann Stephan Schmidheiny ab 1995, dessen Kunstsammlung aktiv zu gestalten. Stephan Schmidheiny positionierte die Sammlung dabei bewusst in einem unternehmerischen Umfeld und liess sie ab 1997 von einer professionellen Struktur - der Daros - betreuen. Die Daros Collection ist damit gewissermassen ein evolutionäres Projekt, das nicht still stehen soll. Vielmehr soll sie sich mit dem Zeitgeist und mit den in ihr vereinten Kunstwerken verändern.
Die Daros Collection vereint heute rund 250 Werke, darunter herausragende Konvolute von Andy Warhol, Gerhard Richter, Brice Marden, Willem de Kooning und Cy Twombly. Mit eindrücklichen Werkgruppen sind auch Mark Rothko, Robert Ryman, Barnett Newman, Sigmar Polke, Bruce Nauman, Robert Gober, Christopher Wool und Thomas Schütte vertreten.
Daros legt neben der gezielten Bewirtschaftung der Sammlung seit vielen Jahren auch Wert darauf, die Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zunächst wurden dazu eigene Räumlichkeiten in Zürich genutzt. Zwischen 2001 und 2008 zeigte Daros in verschiedenen wechselnden Ausstellungen ausgewählte Werke der Sammlung. Auch regelmässige Leihgaben an renommierte Museen wie das Museum of Modern Art in New York und die Tate Modern in London zeugen von der herausragenden Qualität der Daros Collection.
Seit 2010 arbeitet Daros eng mit der Fondation Beyeler in Riehen zusammen. Einzelne Werkgruppen aus der Daros Collection werden jeweils in die Sammlungshängung der Fondation Beyeler integriert.
Tate Modern – Kunst in der Industriebrache
An einem trüben Novembertag Anfang der 1990er-Jahre zeigte Lord Dennis Stevenson Stephan Schmidheiny ein zerfallendes Elektrizitätswerk an der Londoner Bankside. Lord Dennis Stevenson skizzierte ihm die Vision, die er als Präsident der britischen Tate Gallery zusammen mit deren Direktor Sir Nicholas Serota entwickelt hatte. Dieser heruntergekommene Ort sollte zur Heimat für ein einzigartiges Museum für moderne Kunst werden. Stephan Schmidheiny liess sich von der Begeisterung anstecken und unterstützte das Projekt als einer der ersten Donatoren substantiell. Damit war der Grundstein gelegt für eines der wichtigsten Kulturgebäude Grossbritanniens - die Tate Modern. Die im Jahr 2000 eröffnete Tate Modern ist heute mit 5 Millionen Besuchern jährlich das meistbesuchte Museum für moderne und zeitgenössische Kunst weltweit. Im Juni 2016 wurde mit dem Switch House ein Erweiterungsbau eröffnet, der die Ausstellungsfläche praktisch verdoppelt. Stephan Schmidheiny hat auch diesen Erweiterungsbau massgeblich unterstützt.

Daros Latinamerica Collection
Im Zug des Engagements von Stephan Schmidheiny in Lateinamerika gelangte Ende der 1990er-Jahre auch die zeitgenössische lateinamerikanische Kunst in den Fokus der Aktivitäten von Daros. Bald schon zeigte sich, dass sich die lateinamerikanische Sammlung in einem eigenständigen Kontext besser entwickeln konnte. Entsprechend wurde 2000 die von der Daros Collection unabhängige Daros Latinamerica Collection gegründet. Die Sammlung ist eine der umfassendsten Privatsammlungen zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst.
Die Daros Latinamerica Collection stand im Besitz von Ruth Schmidheiny, der ersten Ehefrau von Stephan Schmidheiny. Sie umfasst über 1’200 Werke von 117 lateinamerikanischen Künstlerinnen und Künstlern. Die Werke der Daros Latinamerica Collection wurden in eigenen Museen und als Leihgaben in renommierten Institutionen rund um den Globus gezeigt.
Nach dem frühen Tod von Ruth Schmidheiny im Jahr 2019 fanden die Werke der Daros Latinamerica Collection Ende 2025 im Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (Malba) in Argentinien eine neue Heimat. Der Gründer des Museums, der argentinische Unternehmer und Sammler Eduardo F. Costantini, erwarb die gesamte Sammlung und integriert sie zum 25-jährigen Jubiläum des Museums im Jahr 2026 in die ständige Sammlung des Museums.